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Casa Serodine

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Die Inschrift auf der Steintafel über dem Portal der Casa Serodine lautet:

CHRISTOPHORVS SERODIN VS RESTAVRAVIT ET AMPLIAVIT IO BAPTISTA EIVS FILIVS FECIT ANNO MDCXX

Übersetzt: „Christophorus Serodinus hat (dieses Haus) restauriert und erweitert. Sein Sohn Giovanni Battista hat es (die Dekoration/die Stuckaturen) ausgeführt. Im Jahre 1620.“

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Serodine_teil von Haus.jpg

Die Casa Serodine an der Piazza Giuseppe Motta ist eines der bedeutendsten Bauwerke der Spätrenaissance im Tessin. Ihre Berühmtheit verdankt sie vor allem der Künstlerfamilie Serodine, die im 17. Jahrhundert aus Rom nach Ascona zurückkehrte.

 

Während Giovanni Battista Serodine die Fassade um 1620 mit prachtvollen Stuckreliefs schmückte, erlangte sein Bruder Giovanni Serodine als Maler Weltruhm.

Giovanni Serodine gilt heute als einer der kraftvollsten und eigenständigsten Nachfolger Caravaggios. In Rom ausgebildet, brachte er einen radikalen Realismus und eine dramatische Lichtregie in den Norden. Seine Werke zeichnen sich durch eine fast moderne, nervöse Pinselführung und eine tiefe psychologische Durchleuchtung der Figuren aus. Trotz seines frühen Todes mit nur 30 Jahren hinterließ er ein Werk von europäischem Rang, das die Kunstwelt bis heute fasziniert.

Die Casa Serodine war nicht nur Wohnsitz, sondern Ausdruck dieses künstlerischen Genies. Die biblischen Szenen an der Außenwand spiegeln die barocke Leidenschaft wider, die Giovanni auch in seinen Ölgemälden kultivierte. Hinter den Mauern dieses Hauses verbindet sich die Geschichte eines einstigen Fischerdorfes mit der großen europäischen Kunstgeschichte. Die Casa bleibt das steinerne Monument eines Malers, der das Licht des Südens mit der Melancholie und der Intensität des Barock zu vereinen wusste.

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