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Collegio Papio

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Renaissance-Kreuzgang des Collegio Papio
Dieser Ort diente den Studenten und Priestern über Jahrhunderte als witterungsgeschützter Verbindungsweg zwischen der Kirche, den Schlafsälen und den Unterrichtsräumen sowie als Ort für das gemeinsame Gebet.

Text auf dieser Tafel:

Dem Bartolomeo Papio aus Ascona,

der in Rom lebend dieses Kollegium

mit seinen auf ehrliche Weise vermehrten Glücksgütern

durch Testament zu erbauen befohlen hat,

und mit einem jährlichen Ertrag

zur Ernährung der studierenden Jugend von Ascona

und zu deren Unterweisung ausgestattet hat.

Dieses Denkmal für einen höchst wohltätigen Mann

zum ewigen Gedenken

haben die Vorsteher des Kollegiums errichtet im Jahr 1603.

 

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Die Gedenktafeln im Renaissance-Kreuzgang dokumentieren die Geschichte der Rektoren und Leiter des Collegio Papio seit 1584. Als steinernes Archiv bewahren sie die jahrhundertealte personelle und spirituelle Tradition  (anklicken für Vergrösserung)

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Historischer Garten des Collegio Papio
Der Garten wurde ab 1584 als klösterlicher Hortus Conclusus angelegt und diente den Seminaristen über Jahrhunderte als Ort der Selbstversorgung und theologischen Kontemplation. Seine charakteristische Granit-Pergola aus dem 19. Jahrhundert zeugen von der langen Tradition dieses spirituellen Rückzugsortes im Zentrum von Ascona.

Über das Collegio Papio

Das Collegio Papio ist ein markantes Wahrzeichen für die tiefe religiöse und bildungspolitische Geschichte Asconas. Gegründet wurde die Institution im Jahr 1584 durch Bartolomeo Papio, einen wohlhabenden Bürger, der sein Vermögen der Kirche vermachte, um ein Seminar für die Ausbildung des Klerus und der Jugend zu schaffen. Unter der Leitung des Heiligen Karl Borromäus entstand hier ein Zentrum der Gegenreformation, das den Einfluss der katholischen Erneuerung bis weit in die Alpentäler trug.

Architektonisch besticht das Collegio vor allem durch seinen prachtvollen Renaissance-Kreuzgang. Die zweistöckige Loggia mit ihren eleganten Säulen und Rundbögen gilt als einer der schönsten Innenhöfe der Schweiz. Direkt an das Kollegium schließt die Kirche Santa Maria della Misericordia an, die einen bedeutenden spätgotischen Freskenzyklus beherbergt. Diese Verbindung aus sakraler Kunst und akademischer Stille macht das Gebäude zu einem Ort der Kontemplation inmitten des lebendigen Dorfes.

Über die Jahrhunderte wandelte sich das Collegio Papio von einem tridentinischen Seminar zu einer modernen Bildungseinrichtung. Es überstand politische Umbrüche und blieb stets ein Ankerpunkt der Identität Asconas. Während die Casa Serodine für den barocken Glanz der Kunst steht, repräsentiert das Collegio die geistige Tradition und den humanistischen Anspruch, die den Ort über Generationen hinweg prägten. Auch heute noch dient das historische Gemäuer als Gymnasium und bewahrt so den ursprünglichen Stiftergedanken einer lebendigen Stätte des Wissens.

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