Casa Serodine

Die Inschrift auf der Steintafel über dem Portal der Casa Serodine lautet:
CHRISTOPHORVS SERODINVS
RESTAVRAVIT ET AMPLIAVIT
IO BAPTISTA EIVS FILIVS FECIT
ANNO MDCXX
Übersetzt: „Christophorus Serodinus hat (dieses Haus) restauriert und erweitert. Sein Sohn Giovanni Battista hat es (die Dekoration/die Stuckaturen) ausgeführt. Im Jahre 1620.“


Die Casa Serodine
Die Casa Serodine an der Piazza Giuseppe Motta zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Spätrenaissance im Tessin. Ihren Namen verdankt sie der Künstlerfamilie Serodine, die im 17. Jahrhundert eng mit der Geschichte Asconas verbunden war.
Besonders bekannt ist die prachtvolle Fassade mit ihren reichen Stuckreliefs, die zu den schönsten Renaissancefassaden der Schweiz gehören. Das Haus verbindet italienische Eleganz mit der traditionellen Bauweise des Borgo von Ascona.
Aus der Familie Serodine stammte auch Giovanni Battista Serodine (1594–1630), einer der bedeutendsten Maler des Frühbarock und ein wichtiger Nachfolger Caravaggios. Seine Werke zeichnen sich durch dramatische Lichtführung und große Ausdruckskraft aus.
Heute gehört die Casa Serodine zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Asconas und erinnert an die enge Verbindung des Ortes mit der Kunst- und Kulturgeschichte des Tessins.

Krönung der Jungfrau Maria mit den Heiligen Petrus und Paulus
Das monumentale Altarbild von Giovanni Serodine (um 1625–1628) zählt zu den bedeutendsten frühbarocken Werken des Tessins. Es befindet sich in der Pfarrkirche Chiesa dei Santi Pietro e Paolo in Ascona.
Das Gemälde verbindet in einer einzigen Komposition zwei Bildwelten: Im oberen Teil wird die Krönung der Jungfrau Maria durch die Heilige Dreifaltigkeit dargestellt, während im unteren Teil die Apostel Petrus und Paulus gemeinsam mit weiteren Heiligen das Schweißtuch der Veronika mit dem Antlitz Christi präsentieren.
Die dramatische Lichtführung, die bewegten Figuren und die starke Ausdruckskraft zeigen den Einfluss Caravaggios und machen das Gemälde zu einem Hauptwerk Serodines.

Das „Cartellino“
Der gemalte Zettel unten rechts ist ein sogenanntes Cartellino – ein kunstvolles Stilmittel der Barockmalerei, das wie ein echtes Stück Papier auf der Leinwand wirkt. Solche Inschriften dienten dazu, Stifter, Widmungen oder wichtige Informationen zum Werk festzuhalten.
Die Inschrift liefert wertvolle Hinweise auf die Stifter des Altargemäldes und auf Giovanni Serodines enge Verbindung zu Ascona.
