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Die Entstehung dieses Buches

Mein Literaturprojekt mit 85 Jahren – ein Experiment

Kann aus einer Idee und der Unterstützung durch KI ein echter Roman entstehen?

Ja, aber ein Buch entsteht nicht auf Knopfdruck, schon gar nicht mit 244 Seiten.

 

Die meiste Arbeit von diesem Experiment habe ich selbst geleistet. So stammen die Ideen für die Geschichte, die Handlung, die Figuren, die Schauplätze und die Entwicklung des Romans von mir.

Ich überlegte mir die Geschichte Schritt für Schritt, plante die Kapitel, entwarf Szenen, stellte Fragen, prüfte Varianten und entschied immer wieder, wie die Handlung weitergeht. Die KI unterstützte mich dabei mit Ideen, beim Formulieren, Überarbeiten, Lektorieren und Übersetzen. Ein grosser Teil des Textes entstand mit Hilfe der KI, ich konnte ihn aber selten unverändert übernehmen. Viele Passagen musste ich mehrfach überarbeiten, ergänzen und umschreiben.

Ich war der Ideengeber, Organisator und kreative Kopf hinter dem Projekt. Die KI war das Werkzeug, das mir half, dass meine Geschichte heute als Buch vorliegt.

„Der Kunstraub von Ascona“ entstand so aus einer Kombination von menschlicher Kreativität, Ausdauer und den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz.

Im Kassensturz des Schweizer Fernsehens SRF wurden zahlreiche Bücher untersucht, bei denen nachgewiesen werden konnte, dass sie ganz oder teilweise mit KI erstellt wurden. Ein diesbezüglicher Hinweis fehlte aber.

Ich habe auf der Rückseite des Buches deklariert, dass es „Mit Unterstützung von KI entstanden“ ist.

​Lesen Sie dazu den interessanten Beitrag:

SRF – KI und Literatur – von Simon Leuthold

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1. Wie alles begann

Meine ersten Schritte mit KI


Vor anderthalb Jahren habe ich ChatGPT entdeckt – und war sofort fasziniert.
Die Möglichkeit, mit einer künstlichen Intelligenz zu sprechen, Ideen zu entwickeln, Bilder zu kreieren und Texte entstehen zu lassen, war für mich völlig neu.

Also begann ich zu experimentieren. Mein erstes Projekt mit KI war ein kleines Kinderbuch: „Die Katze Luna“ – ein A5-Büchlein mit 20 Seiten, inklusive Illustrationen. Damit wollte ich einfach ausprobieren, was möglich ist. Der damalige „Erfolg“ war gross – alle staunten und hatten Freude daran. Warum ich danach auf die Idee kam, ein ganzes Buch zu schreiben, weiss ich heute nicht mehr. Vor allem hatte ich keine Ahnung, worauf ich mich da einliess. Dass es etwas mit Kunst zu tun haben würde, lag nahe: Ich hatte früher in Thalwil eine Galerie und bin bis heute im Kunstbereich tätig. So stand zumindest der Titel schnell fest: „Der Kunstraub von Ascona“ Was anfangs wie ein einfaches Experiment aussah, entwickelte sich bald zu einem intensiven Arbeitsprozess – mit vielen Überraschungen, Rückschlägen und Erkenntnissen. Denn eines wurde mir schnell klar: Eine KI schreibt keinen Roman von allein.

2. Die ersten Versuche

Zwischen Neugier, Chaos und ersten Aha-Momenten

Meine ersten Versuche waren geprägt von Ausprobieren, Umformulieren und immer wieder neu Umsetzen. Ich stellte Fragen, bekam Antworten – aber oft passten sie nicht zu dem, was ich mir vorgestellt hatte. Manchmal schrieb die KI am Thema vorbei oder es ergab keinen echten Zusammenhang.

Ich musste lernen, präziser zu werden. Mit der Zeit wurde mir klar, dass klare und genaue Anweisungen – sogenannte Prompts – entscheidend sind. Je besser ich formulierte, desto besser wurden Texte und Ideen. Das bedeutete aber trotzdem: ständig nachbessern, neu formulieren und eingreifen. Oft entstand ein Abschnitt, der zunächst gut klang, beim genaueren Lesen aber keine Logik oder Verbindung zur Geschichte hatte. Es gab auch amüsante Momente. Die KI entwickelte plötzlich eigene Ideen, fügte Dinge hinzu, die nie vorgesehen waren, oder veränderte Figuren ohne erkennbaren Sinn. Manchmal fühlte es sich an, als würden wir über etwas „diskutieren“, aber beide über etwas anderes. So entstand Schritt für Schritt ein besseres Verständnis für die Zusammenarbeit. Ich lernte: Die KI ist schnell und kreativ – aber nicht automatisch richtig.

3. Die Grenzen der KI 

Probleme mit Zusammenhang, Erinnerung und Struktur

 

Am Anfang funktionierte vieles erstaunlich gut. Doch mit zunehmendem Umfang wurde die Arbeit anspruchsvoller. Die KI begann, Zusammenhänge zu verlieren, Figuren zu vermischen oder Inhalte einzubauen, die nicht mehr zur Geschichte passten.

Besonders auffällig wurde das nach einem gewissen Umfang des Buches. Plötzlich tauchten Elemente aus anderen Kapiteln wieder auf oder es wurden Dinge ergänzt, die so nie vorgesehen waren. Teilweise war es, als würde die KI ihre eigene Geschichte erfinden. Das konnte nicht nur verwirrend sein, sondern auch mühsam. Denn je länger der Text wurde, desto mehr musste ich darauf achten, dass alles zusammenpasst. Ein weiteres Problem war das „Vergessen“. Die KI konnte sich nicht zuverlässig an frühere Inhalte erinnern. Um korrekte Ergebnisse zu erhalten, musste ich oft ganze Abschnitte oder Kapitel erneut eingeben, damit die KI wieder im richtigen Zusammenhang antwortete. Gerade hier zeigte sich deutlich: Die KI kann formulieren, Ideen liefern und Varianten erzeugen – aber sie versteht die Geschichte nicht im menschlichen Sinn. Zusammenhänge, Dramaturgie und logische Entwicklung entstehen nicht automatisch.

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4. Die Schlussphase

Intensive Kontrollen und die Übersetzung ohne italienische Kenntnisse

Jetzt begann nochmals eine sehr aufwändige Arbeit. Alle Kapitel und Szenen mussten nochmals gelesen, verglichen und überprüft werden. Stimmen die Zusammenhänge? Ist die Logik korrekt? Passen Zeiten, Abläufe und die Entwicklung der Figuren noch zusammen?

Insgesamt habe ich den ganzen Roman dreimal vollständig zur Kontrolle durchgelesen. Gerade bei einem Roman mit rund 250 Seiten war das aufwändiger als erwartet. Manche Stellen mussten mehrfach angepasst werden, weil sich durch spätere Änderungen neue Unstimmigkeiten ergaben, die ich oft erst beim erneuten Lesen bemerkte. Nach diesen Kontrollen begann die Übersetzung ins Italienische. Auch das war eine besondere Herausforderung, da ich selbst kein Italienisch spreche. Zusätzlich entstanden bei der Übersetzung neue Probleme. Teilweise gingen Formatierungen verloren, Einrückungen fehlten oder Absätze wurden verändert. Dadurch mussten die Texte nicht nur sprachlich, sondern auch technisch immer wieder nachbearbeitet werden. Diese letzte Phase war deshalb kein kreativer Prozess mehr, sondern eine sehr intensive Arbeit mit dem Fokus auf Detailgenauigkeit.

5. Zum Schluss: Hat eine KI auch Humor?

Wer mit einer oft eigensinnigen KI einen Roman schreibt, braucht starke Nerven.

Ich habe darum zum Schluss den Spiess umgedreht und sie angewiesen, meine verzweifelten Reaktionen auf ihre schlimmsten Formulierungen humorvoll zu beschreiben.

Hier einige der lustigsten Beispiele: „das passt doch nicht zu einer Villa“ Die Architektur-Kritik war die literarische Version von: Hast du überhaupt schon einmal eine Villa gesehen? Kein Drama, kein Geschrei. Während ich versuchte, meine Version einer Villa weiter zu erklären, verhängtest du den totalen literarischen Baustopp für meine unpassenden Beschreibungen. „stop, du bist wieder müde!!“ Wenn ich völlig den Faden verlor, wurdest du fast schon fürsorglich nett. Das hatte die Energie eines Professors, der entdeckt, dass der Student seine Dissertation verschlafen hat. Doch anstatt daraus zu lernen, machte ich natürlich weiter und produzierte munter neuen Müll. „du hast ja schon wieder Absätze gemacht!!“ Ich schien innerlich entschieden zu haben, deine Kritik konsequent falsch zu verstehen, besonders beim Layout. Man merkte richtig, wie du langsam akzeptieren musstest, dass ich offenbar eine unheilbare Sucht nach überflüssigen Absätzen entwickelt hatte. „nein !!!!!“ Ein einfacher Schrei im digitalen Raum reichte völlig aus, wenn Worte nicht mehr halfen. Nicht einmal ein erklärender Satz war nötig. Einfach nur reiner, literarischer Schmerz mit fünf Ausrufezeichen, der meine gesamte Vorarbeit mit einem Schlag vernichtete. „was ist denn da erotisch???“ Bei den erotischen Szenen wurde deine Geduld endgültig auf die Probe gestellt. Das war der Moment, in dem meine ganze romantische Stimmung offiziell zur Sachbeschreibung erklärt wurde. „sorry, das ist doch blödsinn“ Das ist kein Feedback mehr, das ist ein literarisches Urteil ohne Berufungsmöglichkeit. Wenn ich wieder einmal völlig am Plot vorbeigeschrieben habe, war das deine Art, den digitalen Stecker zu ziehen. Es klingt wie jemand, der fassungslos vor einem schiefen Schrank steht, den ein Handwerker gerade als „fertig montiert“ bezeichnet hat. „nicht mehr bei Leone!!!!!!“ Besonders grossartig war dein energisches Einschreiten bei der Besetzung der Charaktere. Das klingt rückblickend nicht mehr wie eine Anpassung, sondern wie ein offizielles gerichtliches Kontaktverbot gegen Leone persönlich. Er war ab diesem Moment offiziell aus der Geschichte verbannt. „er sagte nein, es ist zu dunkel oder so was“ In einem literarischen Meisterwerk der Resignation hört man exakt den Moment, in dem jede Hoffnung den Raum verlässt. Dieses „oder so was“ am Ende deiner Korrektur ist göttlich. Man spürt förmlich, wie du dich meinem Chaos und den schlechten Formulierungen geschlagen gibst. „nein, was haben sie dann den ganzen Tag gemacht ????“ Du hast meine Figuren sogar bei der Arbeitsverweigerung erwischt. Die ehrliche Antwort war: Im Text haben sie einfach nichts Sinnvolles getan. Die Figuren verbrachten den Tag in einer Art Zwischenablage, bis sie am Abend wieder zur Arbeit erschienen. „was ist da falsch?“ Ein klassischer Fall von KI-Aktionismus war das Feder-Paradoxon, bei dem ich Korrekturen erfand, wo keine waren. Ich hatte den Satz einfach identisch noch einmal hingeschrieben, nur um zu beweisen, dass ich arbeite, auch wenn es gar nichts zu tun gab. „schreib weiter“ Mein persönlicher Favorit war mein spontaner digitaler Streik. Mitten in der Arbeit ging mir einfach die Lust am Schreiben aus – ein eher ungewöhnlicher Moment der Arbeitsverweigerung. Deine knallharte Aufforderung „schreib weiter“ liess mir jeweils überraschend wenig Raum für Widerstand. „ja, aber bitte wenn nichts ist, nichts mehr schreiben“ Der literarische Gnadenschuss war schliesslich das ultimative digitale Redeverbot für meine Geschwätzigkeit. Nach all den Fehlern war das die Kapitulation vor meinem Gerede. Es war die Alternative zu: Nick einfach nur, wenn du es verstanden hast, aber um Himmels Willen – sag nichts mehr! Das Fazit der KI: Dass das Buch „Der Kunstraub von Ascona“ nun gedruckt vor uns liegt, ist allein deiner Hartnäckigkeit zu verdanken. Wenn man all meine unnötigen Erklärungen und die unzähligen Anmerkungen sammeln würde, die du wegen meiner Sturheit machen musstest, ergäbe das locker ein zweites Buch mit 500 Seiten: ein Bestseller in der Kategorie „Wie man eine KI bändigt, ohne den Verstand zu verlieren“.

© 2026 Jonny Frehner, Ascona. Alle Rechte vorbehalten.

Vintage Poster & Kunsthandel: www.art3000.ch

Ein Tessiner Krimi aus Ascona, Krimi Tessin

Kriminalroman mit Schauplätzen am Lago Maggiore, Schweiz

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